PWG Zürich: 312 Inserate pro Jahr – ist das die Goldgrube?
Die Stiftung PWG zur Erhaltung von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen der Stadt Zürich ist kein gewöhnlicher Player auf dem Zürcher Wohnungsmarkt.
Während klassische Genossenschaften wie die ABZ, Kalkbreite oder FGZ sich auf einige wenige Siedlungen konzentrieren, verfolgt die PWG eine komplett andere Strategie: Sie kauft Jahr für Jahr Häuser in allen Stadtkreisen auf – vom historischen Altbau in Aussersihl bis zum modernen Neubau in Altstetten.
Das Resultat? Über 200 Liegenschaften verteilt über die ganze Stadt. Und für Wohnungssuchende bedeutet das konkret: 312 öffentliche Inserate allein in unserem Analysezeitraum 2024/2025. Das ist fast täglich ein neues Angebot.
Klingt zu gut, um wahr zu sein? Wir haben die Daten gecheckt.
Die Hard Facts
- Bestand: Über 2'400 Wohnungen in 200+ Liegenschaften (Stand 2025)
- Standorte: In allen 12 Stadtkreisen Zürichs vertreten
- Eintrittspreis: CHF 0.– (keine Anteilscheine nötig, keine Warteliste)
- Mieten: Im Schnitt 33% unter Marktniveau (bestätigt von Wüest Partner)
- Organisationsform: Öffentlich-rechtliche Stiftung der Stadt Zürich (keine klassische Genossenschaft)
Scout-Daten: Was uns die Zahlen zeigen
Unsere Auswertung von 312 Inseraten aus dem Zeitraum 2024/2025 hat einige überraschende Muster offenbart.
Top 5 Standorte nach Anzahl Inserate
- 8048 Altstetten: 35 Inserate
- 8057 Unterstrass/Affoltern: 30 Inserate
- 8004 Aussersihl: 28 Inserate
- 8052 Seebach: 28 Inserate
- 8051 Schwamendingen: 27 Inserate
Die PWG ist also stark in den Aussenbezirken und traditionell gemischten Quartieren präsent – Kreise, in denen der Markt noch etwas Spielraum lässt.
Mietpreis-Highlights: Wo es richtig günstig wird
Die grossen Schnäppchen:
- 1-Zimmer-Wohnungen in Seebach: Ab CHF 680.– (Rümlangstrasse)
- 1.5-Zimmer in Oerlikon: Ab CHF 845.– (Edisonstrasse)
- 3-Zimmer in Wiedikon: CHF 954.– (Aemtlerstrasse – historischer Altbau!)
- 2-Zimmer in Unterstrass: CHF 999.– (Wehntalerstrasse)
Auf der anderen Seite gibt es auch gepflegte Wohnungen in Toplagen wie Riesbach oder Hottingen. Hier liegen die Mieten natürlich höher – aber selbst dort deutlich unter Marktpreis.
Was kosten typische Familienwo hnungen?
Durchschnittsmieten nach Zimmergrösse:
- 1–1.5 Zimmer: Ø CHF 1'304 (Spanne: 680 – 2'550 CHF)
- 2–2.5 Zimmer: Ø CHF 1'582 (Spanne: 999 – 2'812 CHF)
- 3–3.5 Zimmer: Ø CHF 1'841 (Spanne: 954 – 2'925 CHF)
- 4+ Zimmer: Ø CHF 2'524 (Spanne: 1'413 – 3'550 CHF)
Wichtig: Die günstigsten Inserate kommen oft aus Altbauten in Seebach, Schwamendingen oder Altstetten. Die teuersten sind Neubauten in Riesbach oder Hottingen.
Jeden Tag verpassen Leute ihre Chance
312 Inserate klingen viel, aber: Jede Wohnung ist nur 72 Stunden online. Und bei der Nachfrage in Zürich bedeutet das: Wer nicht sofort reagiert, zieht den Kürzeren.
Unser Such-Alarm überwacht die PWG-Website rund um die Uhr. Sobald ein neues Inserat live geht, bekommst du eine Benachrichtigung – egal ob 8048 Altstetten oder 8008 Riesbach.
Jetzt Such-Alarm kostenlos aktivieren
Wie kommt man rein? (Der Prozess)
Die PWG ist keine klassische Genossenschaft. Sie ist eine städtische Stiftung – und das macht den Bewerbungsprozess einfacher als bei vielen anderen Anbietern.
Der 4-Stufen-Prozess:
1. Inserat finden
Freie Wohnungen werden auf pwg.ch veröffentlicht. Jedes Inserat bleibt mindestens 72 Stunden online.
2. Online bewerben
Über den "Jetzt bewerben"-Button einen elektronischen Fragebogen ausfüllen. Wichtig: Du musst nicht vorab Mitglied sein und keine Anteilscheine kaufen.
3. Zufallsauswahl
Bei hoher Nachfrage wählt ein Zufallsgenerator eine bestimmte Anzahl Bewerbungen aus. Diese werden dann nach den Vermietungskriterien geprüft.
4. Besichtigung & Unterlagen
Wer eingeladen wird, kann die Wohnung besichtigen. Bei Interesse müssen innert 2 Tagen folgende Dokumente eingereicht werden:
- Steuerrechnung
- Betreibungsauszug
- Kopie Ausweis (alle Bewohnenden inkl. Kinder)
Die Vermietungskriterien: Die PWG vergibt nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien:
- Belegung: Anzahl Zimmer minus 1 = Mindest-Personenzahl (z.B. 4.5 Zi = mind. 3 Personen)
- Einkommen: Nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief (als Richtwert: max. das 4-Fache des Bruttomietzinses)
- Quartierbezug, Durchmischung, Dringlichkeit: Werden ebenfalls berücksichtigt
Insider-Tipp: Die PWG baut kaum neu, sondern kauft bestehende Liegenschaften. Grössere Vermietungswellen gibt es daher eher selten – aber wenn, dann werden sie im Newsletter angekündigt (6x pro Jahr). Wer den Newsletter + unseren Such-Alarm kombiniert, ist maximal im Vorteil.
Der "Vibe": Vom Viadukt bis zum Dörfli
Die PWG ist die vielleicht vielseitigste Organisation auf dem Zürcher Wohnungsmarkt. Ihr Portfolio ist so divers wie die Stadt selbst.
Urbanes Flair:
- Liegenschaften im IM VIADUKT (Kreis 5) – das legendäre Gewerbeviadukt mit Markthalle
- Altbauten in Aussersihl (Kreis 4) – mittendrin statt nur dabei
- Moderner Neubau in Albisrieden mit guter ÖV-Anbindung
Ruhigere Quartiere:
- Familienfreundliche Siedlungen in Witikon am Waldrand
- Grüne Oasen in Höngg mit Weitblick
- Altbau-Charme in Wipkingen
Die PWG hat kein einheitliches Gesicht. Das kann ein Vorteil sein (für jeden etwas dabei), aber auch ein Nachteil (kein Gemeinschaftsgefühl wie bei einer klassischen Genossenschaft).
Pro & Contra im Überblick
Das spricht dafür
Masse: Mit 312 Inseraten pro Jahr hast du statistisch gesehen viel mehr Chancen als bei kleinen Genossenschaften.
Keine Einstiegshürde: Kein Anteilschein-Kauf, keine Warteliste, kein "Vitamin B" nötig.
Stadt-Verteilung: Egal ob du Kreis 4 oder Kreis 11 bevorzugst – die PWG hat überall Wohnungen.
Mieten 33% unter Markt: Unabhängig bestätigt. Selbst die teureren PWG-Wohnungen sind günstiger als vergleichbare Privatmieten.
Faire Vergabe: Zufallsgenerator statt Vetternwirtschaft.
Das ist schwierig
Nicht zentral: Die meisten Inserate sind in Aussenbezirken (Altstetten, Seebach, Schwamendingen). Wer unbedingt am Bellevue wohnen will, muss lange suchen.
72-Stunden-Fenster: Jedes Inserat ist nur kurz online. Ohne Alarm-System verpasst man viele Chancen.
Zufallsprinzip: Selbst mit perfektem Dossier kann man Pech haben und nicht zur Besichtigung eingeladen werden.
Keine Genossenschafts-Community: Die PWG ist keine Genossenschaft mit Mitbestimmung. Es ist eher ein klassisches Mietverhältnis mit einer fairen Vermieterin.
Altbau-Standard: Viele günstige Wohnungen sind Altbauten aus den 1900er bis 1960er Jahren. Hellhörig, kleiner Grundriss, ältere Bäder – wer Neubau-Komfort erwartet, wird enttäuscht.
Unser Fazit
Die PWG ist das Volumen-Kraftwerk des gemeinnützigen Wohnungsbaus in Zürich. Während Kraftwerk1 auf alternative Wohnformen setzt oder die ASIG bürgerliches Wohnen kultiviert, macht die PWG vor allem eines: Masse.
Für wen ist die PWG ideal?
- Menschen mit flexiblen Standort-Präferenzen (nicht fixiert auf Kreis 1-5)
- Wohnungssuchende, die schnell eine Lösung brauchen (hohe Fluktuation = mehr Chancen)
- Sparfüchse, die Miete über Design priorisieren
- Leute, die keine Lust auf Genossenschafts-Politik haben
Für wen eher nicht?
- Wer unbedingt in Toplagen (See, Altstadt, Zürichberg) wohnen will
- Wer Neubau-Standard erwartet
- Wer eine aktive Community mit Mitspracherecht sucht
Deine Abkürzung zur PWG-Wohnung
312 Inserate pro Jahr sind viel – aber verteilt auf 365 Tage und 12 Stadtkreise wird es dünn. Die erfolgreichsten PWG-Mieter sind diejenigen, die sofort reagieren.
Unser Such-Alarm macht dich zum Erstbewerber. Lehn dich zurück und lass uns die Arbeit machen.



