Genossenschaftswohnung für Senioren in Zürich: Der grosse Wegweiser zu SAW & Co.
Wer in Zürich eine bezahlbare Alterswohnung sucht, braucht Geduld – und vor allem die richtige Strategie. Der Markt hat sich gewandelt: Die klassischen Wartelisten sind oft Geschichte. Unser Guide zeigt dir, wo du suchen musst, welche Genossenschaften spezielle Senioren-Siedlungen anbieten und wie du trotz digitaler Hürden deine Traumwohnung findest.
Der Übergang in eine altersgerechte Wohnung ist ein grosser Schritt. Oft ist die alte Familienwohnung zu gross, nicht rollstuhlgängig oder liegt in einem Quartier, das im Alter beschwerlich wird. Doch der Zürcher Wohnungsmarkt ist hart umkämpft.
Viele Senioren machen den Fehler, sich nur auf "das eine" Altersheim zu verlassen. Dabei gibt es dazwischen eine riesige Bandbreite an selbstständigem Wohnen mit Service-Optionen. Dieser Artikel ist dein Kompass durch den Dschungel der Anbieter.
1. Die wichtigste Adresse: Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW)
Wenn es um bezahlbares Wohnen im Alter in Zürich geht, führt kein Weg an der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) vorbei. Mit über 2000 Wohnungen in 35 Siedlungen ist sie die grösste Anbieterin.
Achtung: Das System hat sich geändert!
Viele Zürcherinnen und Zürcher glauben noch, man könne sich einfach auf eine Warteliste setzen lassen und warten, bis man angerufen wird. Das ist falsch. Die SAW hat (wie viele andere auch) das System umgestellt.
- Keine Warteliste: Du musst dich aktiv auf ausgeschriebene Wohnungen bewerben.
- Die Plattform: Freie Wohnungen werden auf der Webseite der Stadt Zürich oder speziellen Portalen veröffentlicht.
- Die Voraussetzungen: Du musst in der Regel 60 Jahre alt sein (in Ausnahmefällen ab 55 mit IV) und seit mindestens zwei Jahren ununterbrochen in der Stadt Zürich wohnen.
- Finanzen: Es gelten Vermögens- und Einkommenslimiten. Wer zu viel Vermögen hat, ist oft nicht berechtigt.
💡 Unser Tipp: Die Inserate der SAW sind oft nur kurz online. Nutze einen Such-Service wie unseren Genossenschaftsscout, um sofort benachrichtigt zu werden, wenn eine SAW-Wohnung auf den Markt kommt.
2. Genossenschaften mit Fokus "Wohnen im Alter"
Neben der städtischen Stiftung gibt es private Wohnbaugenossenschaften, die sich stark für Senioren engagieren. Hier lohnt sich eine Mitgliedschaft oder eine gezielte Bewerbung oft schon Jahre im Voraus.
Wir haben die wichtigsten Akteure für dich kategorisiert:
A) Die grossen Genossenschaften (Mit Senioren-Siedlungen)
Diese Anbieter haben riesige Bestände und oft dedizierte Häuser für ältere Menschen (Lift, schwellenlos, Spitex-Raum im Haus).
- ABZ (Allgemeine Baugenossenschaft Zürich): Die grösste Genossenschaft der Schweiz. Sie hat spezielle Projekte wie "Wohnen 55+" (z.B. in der Siedlung Glattpark oder Entlisberg).
- ASIG Wohngenossenschaft: Bietet in diversen Siedlungen (z.B. Dreispitz) altersgerechte Wohnungen und fördert das aktive Zusammenleben.
- Baugenossenschaft Glattal (BGZ): Bekannt für modernen, barrierefreien Wohnraum im Norden von Zürich (z.B. Ersatzneubauten in Oerlikon/Seebach).
- FGZ (Familienheim-Genossenschaft Zürich): Im Quartier Friesenberg gibt es spezielle Angebote für ältere Genossenschafter, die ihre grosse Familienwohnung gegen eine kleinere, altersgerechte Wohnung tauschen möchten (interne Warteliste!).
B) Die Spezialisten (Stiftungen & Vereine)
Diese Träger fokussieren sich fast ausschliesslich auf das Alter.
- Stiftung Alterswohnen Zürich: Bietet preiswerte Wohnungen an verschiedenen Standorten.
- Siedlungsgenossenschaft Eigengrund: Hat ebenfalls Angebote, die sich gut für Senioren eignen.
3. Neue Wohnformen: Alters-WG und Generationenhaus
Wer im Alter nicht allein sein will, aber auch nicht ins Heim möchte, findet in Zürich innovative Modelle.
- Generationenwohnen: In Projekten wie der Kalkbreite, dem Zollhaus oder dem Kraftwerk1 leben Jung und Alt tür an Tür. Hier ist Toleranz gefragt, dafür profitiert man von einer lebendigen Nachbarschaft.
- Alters-WG: Eine Wohnung teilen mit 65+? Das wird immer beliebter. Organisationen wie Pro Senectute bieten hierzu Beratung an oder vermitteln "Wohnen für Hilfe" (Studierende wohnen günstig bei Senioren und helfen im Haushalt).
4. Checkliste: Finanzen & Anmeldung
Bevor du dich bewirbst, musst du den "Papierkram" regeln. Genossenschaften prüfen sehr genau.
Das liebe Geld: Ergänzungsleistungen (EL)
Genossenschaftswohnungen sind günstig (Kostenmiete), aber für eine kleine Rente oft immer noch eine Hürde.
- Wichtig: Kläre vorher ab, ob du Anspruch auf Ergänzungsleistungen zur AHV hast.
- Viele Genossenschaften verlangen bei der Anmeldung eine Bestätigung, dass die Miete durch EL gedeckt wäre.
- Zusatzleistungen: Bei der SAW und städtischen Wohnungen gibt es oft städtische Mietzinsbeiträge.
Das Anteilscheinkapital
Um in eine Genossenschaft einzuziehen, musst du Anteilscheine kaufen (oft zwischen 5'000 und 20'000 CHF).
- Keine Sorge: Dieses Geld ist nicht weg. Du bekommst es beim Auszug zurück.
- Wenn du das Geld nicht hast, darf oft das Geld aus der Pensionskasse (2. Säule) dafür verwendet werden oder es gibt Ratenzahlungs-Modelle.
5. Deine Strategie zum Erfolg
Der Markt ist digital geworden. Das ist für viele Senioren eine Hürde, aber auch eine Chance für jene, die sich helfen lassen.
- Digitalisiere deine Unterlagen: Scanne ID, Steuerausweis und aktuellen Betreibungsregisterauszug ein. Speichere alles als ein PDF. Wenn es schnell gehen muss, hast du keine Zeit, erst zum Kopierer zu laufen.
- Lass dich benachrichtigen: Schaue nicht jeden Tag manuell auf 20 Webseiten. Das ist frustrierend. Nutze Tools, die das für dich tun.
- Schreibe ein Motivationsschreiben: Bei Genossenschaften zählt der Mensch. Schreibe kurz, wer du bist, warum du gut in die Hausgemeinschaft passt (z.B. "Ich hüte gerne mal die Blumen der Nachbarn" oder "Ich suche einen ruhigen Alterswohnsitz").
- Netzwerke: Erzähle allen – wirklich allen –, dass du suchst. Oft werden Wohnungen "unter der Hand" oder via interne Bretter weitergegeben.
Fazit: Es ist nie zu früh
Auch wenn du dich heute noch fit fühlst: Melde dich bei Genossenschaften an, die noch Wartelisten führen (das sind oft die kleineren). Die Wartezeiten betragen oft Jahre. Für die akute Suche bei der SAW oder grossen Genossenschaften hilft dir Technologie.
Möchtest du automatisch erfahren, wenn eine barrierefreie Genossenschaftswohnung in Zürich frei wird?
Jetzt Suchabo beim Genossenschaftsscout starten



